Riva Ariston — Wenn Mahagoni erzählt
Selten hält man in diesem Geschäft etwas in Händen, das so vollständig erhalten ist.
Der Ariston von 1961, den wir zuletzt vermitteln durften, war keiner von denen, die man neu lackiert und teuer verkauft. Er war einfach — er selbst. Das Mahagoni hatte die satte, warme Tönung angenommen, die nur Jahrzehnte sorgfältiger Pflege erzeugen. Kein Schleifpapier dieser Welt kann das imitieren.
Ein Boot mit Gedächtnis
Carlo Riva hatte beim Ariston etwas verstanden, das viele Werften nie begreifen: Ein Boot muss auch stillstehend schön sein. Das Cockpit, das geschwungene Heck, die Proportionen — alles ist so angelegt, dass der Blick immer einen neuen Weg findet und nirgends aufhört.
Der Vorbesitzer — ein inzwischen verstorbener Bankier aus Lyon — hatte ihn 1967 erworben und nie wieder verkauft. Sein Sohn übergab ihn uns mit einem einzigen Satz: „Mon père disait que c’est le plus beau bateau qu’il ait jamais vu.”
„In einem klassischen Boot zu sitzen ist wie in einem sehr alten Haus zu sitzen, das viele Leben gesehen hat.”
Was Restaurierung bedeutet — und was nicht
Bei diesem Exemplar war wenig zu tun. Das Unterwasserschiff brauchte Pflege, die Polster wurden originalgetreu neu bezogen, die Chromteile poliert und einzelne lackierte Stäbe ersetzt. Motorisch lief der Original-Riva-Motor noch — eine Seltenheit, die wir als Bedingung für die Weitervermittlung festgelegt hatten.
Was wir nicht tun: ein Boot in seinen Grundfarben verändern, ein nicht-originales Armaturenbrett einbauen oder einen neueren Außenbordmotor montieren, weil er „praktischer” ist. Praktisch ist ein Werkzeug. Ein Riva ist kein Werkzeug.
Wohin er gegangen ist
Der Ariston liegt heute in Antibes. Der neue Eigentümer — ein Sammler, der bereits drei Abbate-Boote besitzt — war beim ersten Telefonat entschlossen. Er fragte nicht nach Preis. Er fragte nach Provenienz.
Das ist, in einem Satz, der Unterschied zwischen einem Kunden und einem Connaisseur.
Wenn Sie ein Boot suchen oder eines in gute Hände geben möchten, schreiben Sie uns: sascha.melein@darlingharbor.de